Meine Sonntagspredigt...wie gewohnt zum nachlesen

Christi Himmelfahrtsspredigt - 26.05.2022

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Gerne hätten wir einen Gott, der stets nur unsere Wünsche erfüllt, die der anderen Menschen nur dann, wenn sie mit unseren übereinstimmen. Gerne hätten wir einen Gott, der uns ein stets sorgloses, friedliches, gesundes, geglücktes, fehlerfreies, langes Leben beschert. Gerne hätten wir einen Gott, der uns heute wissen lässt, was morgen sein wird. Gerne hätten wir einen Gott, der das tut, was wir wollen. Was aber wäre das für ein Gott? Würden wir den ernstnehmen oder nehmen wir Gott nicht ernst, weil er eben nicht unsere Wünsche erfüllt? Wenn Gott nicht so ist, wie wir uns Gott vorstellen und denken, gibt’s ihn nicht. Wir machen uns einen Gott nach unserem Geschmack. Fertig ist die Projektion unserer Wünsche und Gott der optimierte Mensch. Die Kritik an diesem Gottesbild und die Ablehnung Gottes ist vollkommen berechtigt. Mit dem Gott, der anders handelt und ist, als wir es gerne hätte, tun wir uns schwer. Gott, der stets Andere ist nicht so, dass wir ihn immer verstehen, wir erbitten und erhoffen, dass er handelt, dass alles gut wird im Leben und bei anderen Menschen, dass er in unser eigenes Leben eingreift, dass wir erkennen und verstehen, was er für uns möchte. Aber nicht immer ist dem so: Menschen leiden furchtbar an der Seele, erleiden schwere Krankheiten, sterben bitter und zu früh, obwohl sie gefleht und vertraut haben auf Gott. Gibt es deswegen Gott dann nicht und gibt es Gott nur dann, wenn alles so kommt, wie wir es gerne hätten? Mit einem fern-nahen Gott tun wir uns schwer. Doch mit einem nicht ständig erfahrbaren Gott geraten immer mehr in Versuchung nicht an einen Gott, welcher Art auch immer zu glauben. Während heutige Wissenschaften, wie Astrophysik, Biologie, Mathematik und wieder Medizin auf ganz andere neue Weise die Möglichkeit Gott entdecken, ist die Zeit für viele gekommen, gewohnte, alte Gottesvorstellungen loszulassen ohne neue zu zulassen. Also wie die Männer zu den Freunden sagen: „was starrt ihr zum Himmel?“, weil sie nur eine Blick- und Denkrichtung auf Gott und Jesus bis dahin haben, nun entzieht sich diese Sichtweise, diese Erfahrbarkeit Gottes. Es gilt neu Ausschau zu halten, neu zu lernen wie und wer und was Gott ist, welche Sicht auf Leben und Sterben, Sinn und Liebe wir durch andere, vielfältige Vorstellungen, unserem heutigen Denken, Lebensgefühl und Lebens- und Glaubenserfahrungen entsprechen. Unser Menschsein, der Glaube, unser entwickelt sich, wir werden mehr Mensch im Laufe unseres Lebens, Gott verändert, entwickelt sich weiter. Weder Mensch noch Leben noch Schöpfung noch Gott ist starr und unveränderlich. Alles ist noch immer im Werden und wird noch mehr. Das ist ein immer mehr Lernen Mensch zu sein, ein Suchen nach Erfahrungen mit Gott, die uns sinnvoll, Jesusgemäß, liebend, vertrauend, hoffend, geborgen leben und sterben lassen. So finden wir zu einer uns tragenden Weltsicht und Art an Gott zu glauben, zu einem Glauben, der uns Hoffnung und Zuversicht, Sinn und Geborgenheit schenkt. Wir finden Jesus als das Bild der Menschlichkeit und des Gottesglaubens für uns jetzt. Die nächste Generation muss es für sich selbst suchen und finden. Gott ist da, wird mehr. Wir kommen aus Gott und ahnen Gott in unserem Leben und kommen zu Gott im Sterben.



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